Die Geschwister Scholl

Sophie und Hans Scholl, als auch ihre Geschwister Inge, Elisabeth und Werner, lebten bis 1930 in Forchtenberg. Nach seiner Amtszeit als Bürgermeister zog Robert Scholl mit seiner Familie zunächst nach Ludwigsburg, 1932 dann nach Ulm, wo er als Wirtschaftsberater tätig war. Robert Scholl stand der Propaganda Hitlers kritisch gegenüber und der Eintritt seiner ältesten Kinder in die Hitlerjugend enttäuschten ihn sehr.
Hans war zunächst sehr begeistert von der Hitlerjugend, ganz im Gegensatz zu seiner Schwester Sophie. Allerdimgs trat Hans zudem einem anderen Bund bei: der "Deutschen Jungenschaft 1.11.", einer verbotenen Organisation, die sich unter der HJ-Tarnkappe mit Literatur, Musik und fremden Kulturen beschäftigte. Zu Hause spürte er nun bewußter als zuvor die vielen Verbote: Diese Lieder durften nicht gesungen werden, jene Bücher nicht gelesen, manche Gedichte waren unerlaubt, jüdische Künstler wurden verfolgt, ihre Werke für "undeutsch" erklärt. Hans brach mit der Hitlerjugend und schloss sich einer verbotenen Jugendgruppe an. Außerdem war er der Gründer der Widerstandsgruppe gegen Hitler, die auch als Weiße Rose bekannt war.
1942 begann Sophie Scholl in München mit dem Studium der Biologie und Philosophie. Ihr Bruder Hans studierte dort zur gleichen Zeit Medizin. Die Geschwister Scholl waren beide die Begründer der Widerstandsgruppe "Weiße Rose". Vor allem unter dem Eindruck der Kämpfe um Stalingrad entschlossen sich die Geschwister gemeinsam mit ihren Freunden, die Öffentlichkeit wachzurufen. In Flugblättern rief die Weiße Rose zum passiven Widerstand auf, forderte die Erneuerung Deutschlands im Zeichen der Grundrechte durch einen "vernünftigen Sozialismus" in einem föderativ aufgebauten Staat.
Bei der Verteilung der Flugblätter wurde das Geschwisterpaar Hans und Sophie Scholl am 18. Februar 1943 an der Münchner Universität festgenommen, am 22. Februar 1943 durch den "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilt und am gleichen Tag in München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.


Hans und Sophie Scholl